Wie oft muss ein Gebäude geprüft werden? Die ehrliche Antwort: § 128a der Bauordnung für Wien nennt keine starren Fristen. Die Intervalle werden sachverständig im Bauwerksbuch festgelegt - passend zu Bauteilen, Zustand und Alter des Hauses. Als Richtschnur dienen die Erläuterungen der Stadt Wien (Stand Mai 2025). Dieser Beitrag zeigt die Richtwerte, erklärt, wer welche Prüfung durchführen darf, und räumt mit erfundenen Fristen auf.
Der Regelfall ist die große Prüfung - die Hauptprüfung - alle zehn Jahre. Werden Mängel festgestellt, verkürzen sich die Abstände je nach Kategorie:
| Bauteil | A - guter Zustand | B - leichte Mängel | C - schwere Mängel | D - Gefahr im Verzug |
|---|---|---|---|---|
| Fassade | 10 Jahre | 3 Jahre | 1 Jahr | sofort |
| Dach | 10 Jahre | 5 Jahre | 1 Jahr | sofort |
| Decken | 10 Jahre | 5 Jahre | 1 Jahr | sofort |
| Treppen | 10 Jahre | 3 Jahre | 1 Jahr | sofort |
| Wände | 10 Jahre | 5 Jahre | 1 Jahr | sofort |
| Sonderbauteile | 10 Jahre | 3 Jahre | 1 Jahr | sofort |
Richtwerte laut Erläuterungen zum Bauwerksbuch der Stadt Wien (Mai 2025) - keine Gesetzesfristen. Der Bauwerksprüfer kann Intervalle sachverständig verkürzen (bei akuten Fällen etwa auf drei Monate); nach erfolgter Sanierung geht der Bauteil zurück in den Regelzyklus.
Die Hauptprüfung alle rund zehn Jahre - und jede Prüfung nach einem Schadensereignis - ist den im Gesetz genannten Befugten vorbehalten: Baumeister, Ziviltechniker, Gerichtssachverständige. Für die Kontrollen dazwischen sieht Anhang B der Erläuterungen ausdrücklich einen breiteren Kreis vor: „Eigentümer/Hausverwalter/Kontrolleur B 1300“. Was Sie als Eigentümer darüber hinaus selbst übernehmen dürfen, haben wir unter „Kann ich das Bauwerksbuch selbst erstellen?“ zusammengefasst.
Für Neubauten ist keine Erstprüfung vorgesehen - die Fertigstellungsanzeige gilt als solche, denn mit ihr bestätigt eine befugte Person die Zuverlässigkeit der Bauteile. Die Intervalle laufen ab der Fertigstellung: Wer 2026 fertigstellt, hat die erste Hauptprüfung im Regelfall 2036 vor sich. Angebliche „Pflichtprüfungen“ nach drei Jahren stehen in keinem Gesetz - lassen Sie sich keine erfundenen Fristen verkaufen.
Jeder Befund bekommt eine Kategorie von A bis D, eine eindeutige Nummer und einen Platz im Maßnahmenplan. Die Kategorie steuert das Intervall: Eine Fassade mit leichten Mängeln (B) rückt von zehn auf drei Jahre, schwere Mängel (C) bedeuten jährliche Kontrolle, bei Gefahr im Verzug (D) wird sofort gesichert. Ist die Behebung dokumentiert - mit Zuordnung zur Mangel-Nummer -, kehrt der Bauteil in den Regelzyklus zurück.
Die Erläuterungen empfehlen ausdrücklich, Prüffristen aus anderen Regelwerken abzustimmen - mehrfache Beschau derselben Bauteile zum selben Zeitpunkt erhöht die Sicherheit nicht, nur die Kosten. Rauchfangbefunde können übernommen, B-1300-Begehungen als Zwischenkontrollen angerechnet werden, wenn Ziele, Durchführung und Dokumentation passen. Ein gut geplanter Prüfkalender spart über ein Jahrzehnt bares Geld.
Ein Prüfregime lebt zehn Jahre und länger - Hausverwaltungen wechseln, Ordner verschwinden, Erinnerungen verblassen. Genau dafür ist für meine Kunden das Bauwerksbuch-Portal dauerhaft und ohne Zusatzkosten inkludiert: alle Intervalle, Zuständigkeiten und Protokolle an einem Ort, mit Erinnerung, bevor eine Prüfung fällig wird. Was direkt nach der Registrierung zu tun ist, lesen Sie im Anschlussbeitrag.
Wir übernehmen die komplette Abwicklung nach § 128a WBO -
von der Archiv-Recherche bis zur
Registrierung bei der Stadt Wien.