Bauwerksbuch und Förderungen in Wien

Wie Sie die gesetzliche Pflicht durch die Verknüpfung mit städtischen Förderprogrammen in echte Investitionswerte verwandeln.

Gibt es eine Förderung für das Bauwerksbuch?

Die klare Antwort vorweg: Für die reine Erstellung des Bauwerksbuchs gibt es in Wien keine direkten Förderungen. Es handelt sich um eine gesetzliche Compliance-Pflicht des Eigentümers (§ 128a WBO). Dennoch ist das Bauwerksbuch nur der erste Schritt. Die wahre finanzielle Chance liegt im logischen Folgeschritt: der Sanierungsplanung.

Werden bei unserer Gebäudeinspektion Mängel an der Gebäudehülle oder dem Tragwerk festgestellt, die Sie ohnehin beheben müssen, verbietet Ihnen die Bauordnung oft blinde Einzelreparaturen und drängt auf ganzheitliche energetische Lösungen. Genau hier greift das Sanierungskonzept.

Stadt Wien Förderung: Sanierungskonzepte

bis zu € 5.000

Die Stadt Wien fördert die Erstellung eines ganzheitlichen Sanierungskonzepts, um eine klimafitte Modernisierung des Altbaubestands zu forcieren.

Von der Bestandsaufnahme zur geförderten Sanierung

Anstatt die Erstellung des Bauwerksbuchs als reinen Kostenfaktor zu sehen, fungiert es als ideale, systematische Bestandsaufnahme. Die Datenblätter und Mängelprotokolle, die wir für Sie erheben, bilden die perfekte Grundlage für ein Sanierungskonzept.

Systematische Erfassung als Grundlage für Ihre Rücklagenplanung

Ein gut geführtes Bauwerksbuch sichert Sie nicht nur vor Verwaltungsstrafen (Haftungsabwendung), sondern ermöglicht Anlegern und Eigentümergemeinschaften erst eine seriöse, vorausschauende Rücklagenberechnung. Mängel systematisch zu erfassen und staatlich gefördert zu beheben, steigert den dauerhaften Wert Ihres Zinshauses.

Wichtige Details zur Förderung

Bei der Förderung des Sanierungskonzepts ist eine Differenzierung nach Gebäudetyp zu beachten: Für Mehrwohnungshäuser beträgt der nichtrückzahlbare Beitrag bis zu 5.000 Euro (maximal 50 % der nachgewiesenen Kosten). Für Einfamilien- und Reihenhäuser liegt der Förderbetrag bei bis zu 1.000 Euro, für Zweifamilienhäuser bei bis zu 1.500 Euro.

Die operative Anlaufstelle für die Förderung ist der wohnfonds_wien mit seiner Servicestelle Hauskunft. Dort wird das Sanierungskonzept geprüft und ein Vorprüfbericht erstellt. Die eigentliche Auszahlung erfolgt über die MA 50 (Wohnbauförderung).

Der Zusammenhang zum Bauwerksbuch ist folgender: Werden bei unserer Erstprüfung Mängel an der Gebäudehülle festgestellt (Kategorie B, C oder D), dokumentieren wir diese systematisch. Diese Dokumentation bildet die ideale Grundlage für ein Sanierungskonzept — Sie sparen sich also eine doppelte Bestandsaufnahme.

Zeitliche Reihenfolge: Das Bauwerksbuch muss in jedem Fall zuerst erstellt werden — es ist die gesetzliche Pflicht. Das Sanierungskonzept ist dann der freiwillige, aber wirtschaftlich sinnvolle Folgeschritt, der die im Bauwerksbuch dokumentierten Mängel in einen ganzheitlichen Sanierungsplan überführt.

Für Hausverwaltungen, die mehrere Objekte betreuen, ergibt sich ein besonderer Vorteil: Wird das Bauwerksbuch für alle Objekte systematisch erstellt, lässt sich der Sanierungsbedarf portfolioweit priorisieren. So können Rücklagen gezielt dort eingesetzt werden, wo der dringendste Handlungsbedarf besteht — und die Förderungen strategisch beantragt werden.

Konkret: Bei einem typischen Gründerzeithaus mit Mängeln der Kategorie C (z.B. schadhafter Außenputz, undichte Fenster) liefert das Bauwerksbuch die systematische Grundlage für ein Sanierungskonzept. Dieses Konzept beinhaltet die Berechnung des Heizwärmebedarfs vor und nach der Sanierung, eine Kostenschätzung und Planungsunterlagen. Auf Basis des Sanierungskonzepts können dann die eigentlichen Baumaßnahmen im Rahmen der Thewosan-Förderung (Landesdarlehen und nichtrückzahlbare Beiträge) finanziert werden.

Zusammengefasst ergeben sich für Sie als Eigentümer drei klare finanzielle Hebel: Erstens die Haftungsabwendung durch das Bauwerksbuch selbst (Vermeidung von Strafen bis zu 50.000 Euro und Beweislastumkehr). Zweitens die geförderte Erstellung des Sanierungskonzepts. Und drittens die geförderte Umsetzung der Sanierung über das Thewosan-Programm. Das Bauwerksbuch ist damit der Schlüssel, der alle weiteren Fördertüren öffnet.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Für die reine Erstellung des Bauwerksbuchs gibt es in Wien keine Förderung. Es handelt sich um eine gesetzliche Compliance-Pflicht des Eigentümers. Die Förderung setzt erst beim logischen Folgeschritt an — dem Sanierungskonzept.

Für Mehrwohnungshäuser bis zu 5.000 Euro, für Einfamilienhäuser bis zu 1.000 Euro (jeweils max. 50 % der nachgewiesenen Kosten). Die Einreichung erfolgt über den wohnfonds_wien.

Thewosan steht für „Thermisch-energetische Wohnhaussanierung" und ist das zentrale Förderprogramm der Stadt Wien für umfassende energetische Gebäudesanierungen. Es umfasst Darlehen und nichtrückzahlbare Beiträge für Maßnahmen wie Wärmedämmung, Fenstertausch und Heizungsumstellung.

Verwandte Themen: Bauwerksbuch & Sanierung  |  Bauwerksbuch Kosten Wien  |  Denkmalschutz

Den ersten Schritt gehen

Jede geförderte Sanierung braucht zunächst eine glasklare Bestandsaufnahme. Lassen Sie uns die Basis hierfür schaffen – rechtsgültig bei der MA 37 registriert.

Jetzt Bauwerksbuch fixieren